
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 10
26 Fürchtet euch also nicht vor ihnen. Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt, und nichts verborgen, was nicht bekannt wird. 27 Was ich euch im Dunkeln sage, das sprecht im Licht aus, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. 28 Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können. Fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann.
Dieses Wort findet sich nicht in den alten Schriften, sondern wird zuerst vom Erlöser verwendet. Lasst uns also seinen Ursprung untersuchen. Wir lesen an mehr als einer Stelle, dass der Götze Baal nahe bei Jerusalem lag, am Fuß des Berges Moria, an dem der Bach Siloah fließt. Dieses Tal und eine kleine flache Ebene war bewässert und bewaldet, ein reizvoller Ort, und ein Hain darin war dem Götzen geweiht. Zu so großer Torheit und Raserei war das Volk Israel gekommen, dass es, den Tempelbezirk verlassend, dort seine Opfer darbrachte und, unter einem üppigen Leben einen strengen Ritus verbergend, seine Söhne zu Ehren eines Dämons verbrannte. Dieser Ort wurde Gehennom genannt, das heißt: Tal der Kinder Hinnom. Diese Dinge werden in den Königs- und Chronikbüchern und beim Propheten Jeremia vollständig beschrieben. (2 Kön 23,10. 2 Chr 28,3. Jer 7,32; 32,35.) Gott droht, dass Er den Ort mit den Leichnamen der Toten füllen wird, dass er nicht mehr Tophet und Baal genannt werde, sondern Polyandrion, d. h. Grab der Toten. Daher werden die Qualen und ewigen Strafen, mit denen die Sünder bestraft werden, durch dieses Wort bezeichnet.