
Hieronymus
Catena Aurea · Matthäusevangelium 10
26 Fürchtet euch also nicht vor ihnen. Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt, und nichts verborgen, was nicht bekannt wird. 27 Was ich euch im Dunkeln sage, das sprecht im Licht aus, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. 28 Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können. Fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann.
Wie kommt es dann, dass in der gegenwärtigen Welt die Sünden so vieler unbekannt sind? Es ist von der zukünftigen Zeit die Rede; die Zeit, da Gott die verborgenen Dinge der Menschen richten, die verborgenen Orte der Finsternis erleuchten und die Geheimnisse der Herzen offenbar machen wird. Der Sinn ist: Fürchtet nicht die Grausamkeit des Verfolgers oder die Wut des Lästerers, denn es wird ein Tag des Gerichts kommen, an dem eure Tugend und ihre Bosheit bekannt gemacht werden.