Glossa ordinaria
Catena Aurea · Matthäusevangelium 1
3 Juda zeugte Perez und Serach mit Tamar, Perez zeugte Hezron, Hezron zeugte Aram, 4 Aram zeugte Amminadab, Amminadab zeugte Nachschon, Nachschon zeugte Salmon, 5 Salmon zeugte Boas mit Rahab, Boas zeugte Obed mit Rut, Obed zeugte Isai, 6 Isai zeugte König David. David zeugte Salomo mit der Frau Urijas,
Sehen wir nun, welche Tugenden diese Väter in uns erbauen; denn Glaube, Hoffnung und Liebe sind das Fundament aller Tugenden; die folgenden sind gleichsam Zusätze darüber hinaus. Juda wird als „Bekenntnis“ gedeutet, von dem es zwei Arten gibt: das Bekenntnis des Glaubens und das der Sünde. Wenn wir also, nachdem wir mit den drei genannten Tugenden ausgestattet sind, sündigen, ist für uns nicht nur das Glaubensbekenntnis, sondern auch das Sündenbekenntnis notwendig. Perez wird als „Trennung“ gedeutet, Serach als „Osten“ und Tamar als „Bitterkeit“. So bringt das Bekenntnis die Trennung vom Laster, den Aufstieg der Tugend und die Bitterkeit der Buße hervor. Nach Perez folgt Hezron, „ein Pfeil“, denn wenn einer vom Laster und weltlichen Bestrebungen getrennt ist, soll er ein Pfeil werden, mit dem er durch Predigt die Laster anderer tötet. Ram wird als „erwählt“ oder „hoch“ gedeutet, denn sobald einer von dieser Welt losgelöst ist und einem anderen nützt, muss er als von Gott erwählt, unter den Menschen berühmt und hoch in Tugend gelten. Nachschon ist „Wahrsagung“, aber diese Wahrsagung ist vom Himmel, nicht von der Erde. Es ist jene, deren sich Josef rühmte, als er sagte: Ihr habt den Becher meines Herrn weggenommen, womit er zu weissagen pflegt. (Gen 44,5.) Der Becher ist die göttliche Schrift, in der der Trank der Weisheit ist; durch sie weissagt der Weise, da er in ihr Zukünftiges, das heißt Himmlisches, sieht. Als Nächster folgt Salmon, „der wahrnimmt“, denn wer die göttliche Schrift studiert, wird wahrnehmend, das heißt, er unterscheidet durch den Geschmack der Vernunft Gutes von Bösem, Süßes von Bitterem. Als Nächster folgt Booz, das heißt „tapfer“, denn wer in der Schrift wohl unterrichtet ist, wird tapfer, um alle Widerwärtigkeiten zu ertragen.