
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Markusevangelium 9
38 Da sagte Johannes zu ihm: Meister, wir sahen einen in deinem Namen Dämonen austreiben und wir wollten ihn daran hindern, weil er uns nicht nachfolgt. 39 Jesus aber sagte: Hindert ihn nicht; denn niemand, der in meinem Namen Wunder wirkt, kann so bald schlecht von mir reden. 40 Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. 41 Wer euch einen Becher Wasser zu trinken reicht, weil ihr dem Messias angehört -- Amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen. 42 Wer einen dieser Kleinen, die glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde.
(de Con. Evan. 4. 5.) Wir müssen darauf achten, dass dieses Wort des Herrn nicht im Widerspruch zu jenem zu stehen scheint, wo er sagt: Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich. (Lukas 11,23) Oder wird jemand sagen, der Unterschied liege darin, dass er hier zu seinen Jüngern sagt: Denn wer nicht gegen euch ist, ist für euch, dort aber von sich selbst spricht: Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich? Als ob es tatsächlich möglich wäre, dass der, der mit den Jüngern Christi, die wie seine Glieder sind, verbunden ist, nicht mit ihm wäre. Wie könnte es dann wahr sein, dass, wer euch aufnimmt, mich aufnimmt? (Matthäus 10,40) Oder wie ist der nicht gegen ihn, der gegen seine Jünger ist? Wo bleibt dann jenes Wort: Wer euch verachtet, verachtet mich? Doch sicherlich ist gemeint, dass ein Mensch insofern nicht mit ihm ist, als er gegen ihn ist, und insofern nicht gegen ihn ist, als er mit ihm ist. Zum Beispiel: Wer Wunder im Namen Christi wirkte und sich doch nicht dem Leib seiner Jünger anschloss, war insofern, als er die Wunder in seinem Namen wirkte, mit ihnen und nicht gegen sie; wiederum, indem er sich ihrer Gemeinschaft nicht anschloss, war er nicht mit ihnen und gegen sie. Weil sie ihm aber verboten, das zu tun, worin er mit ihnen war, sagte der Herr zu ihnen: Wehret ihm nicht; denn sie hätten ihm verbieten sollen, außerhalb ihrer Gemeinschaft zu sein, und ihn so von der Einheit der Kirche überzeugen sollen, aber sie hätten nicht verbieten sollen, worin er mit ihnen war, nämlich die Anerkennung des Namens ihres Herrn und Meisters durch die Austreibung von Dämonen. So missbilligt die katholische Kirche nicht die Sakramente bei den Häretikern, die gemeinsam sind, sondern sie tadelt ihre Spaltung oder eine ihrer Meinungen, die dem Frieden und der Wahrheit entgegensteht; denn darin sind sie gegen uns.