
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Markusevangelium 8
1 Als in jenen Tagen wieder eine große Menschenmenge da war und sie nichts zu essen hatten, rief er die Jünger zu sich und sagte ihnen: Ich habe Mitleid mit dem Volk; 2 denn schon drei Tage harren sie bei mir aus und haben nichts zu essen. 3 Wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse, werden sie unterwegs zusammenbrechen, denn manche von ihnen sind von weither gekommen. 4 Da entgegneten ihm seine Jünger: Woher soll man hier in der Wüste Brot hernehmen, sie satt zu bekommen? 5 Er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben. 6 Da ließ er das Volk sich auf der Erde lagern, nahm die sieben Brote, sprach das Dankgebet, brach sie und gab sie seinen Jüngern zum Austeilen; und sie teilten sie an das Volk aus. 7 Auch ein paar kleine Fische hatten sie. Er sprach das Segensgebet darüber und ließ auch sie austeilen. 8 Die Leute aßen und wurden satt. Sie hoben noch die übrig gebliebenen Brocken auf, sieben Körbe voll. 9 Es waren ungefähr viertausend Menschen. Dann entließ er sie.
(in Luc. 6:73) Der gute Herr gibt zwar, während Er Eifer verlangt, Kraft; und Er wird sie nicht fastend entlassen, damit sie nicht unterwegs verschmachten, das heißt, entweder im Laufe dieses Lebens oder bevor sie die Quelle des Lebens, das heißt den Vater, erreicht und gelernt haben, dass Christus vom Vater ist, damit sie nicht etwa, nachdem sie empfangen haben, dass Er von einer Jungfrau geboren ist, beginnen, seine Kraft nicht als die Gottes, sondern als die eines Menschen zu schätzen. Daher teilt der Herr Jesus die Speise, und sein Wille ist es, allen zu geben, keinem zu verweigern; Er ist der Austeiler aller Dinge, aber wenn du dich weigerst, deine Hand auszustrecken, um die Speise zu empfangen, wirst du unterwegs verschmachten, und du kannst nicht den tadeln, der Mitleid hat und austeilt.