Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 8
1 Als in jenen Tagen wieder eine große Menschenmenge da war und sie nichts zu essen hatten, rief er die Jünger zu sich und sagte ihnen: Ich habe Mitleid mit dem Volk; 2 denn schon drei Tage harren sie bei mir aus und haben nichts zu essen. 3 Wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse, werden sie unterwegs zusammenbrechen, denn manche von ihnen sind von weither gekommen. 4 Da entgegneten ihm seine Jünger: Woher soll man hier in der Wüste Brot hernehmen, sie satt zu bekommen? 5 Er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben. 6 Da ließ er das Volk sich auf der Erde lagern, nahm die sieben Brote, sprach das Dankgebet, brach sie und gab sie seinen Jüngern zum Austeilen; und sie teilten sie an das Volk aus. 7 Auch ein paar kleine Fische hatten sie. Er sprach das Segensgebet darüber und ließ auch sie austeilen. 8 Die Leute aßen und wurden satt. Sie hoben noch die übrig gebliebenen Brocken auf, sieben Körbe voll. 9 Es waren ungefähr viertausend Menschen. Dann entließ er sie.
(ubi sup.) An dieser Stelle sollten wir in ein und demselben, unserem Erlöser, eine deutliche Wirkung der Gottheit und der Menschheit bemerken; so ist der Irrtum des Eutyches, der es wagt, die Lehre von nur einer Wirkung in Christus aufzustellen, weit vom christlichen Lager zu verbannen. Denn wer sieht hier nicht, dass das Mitleid unseres Herrn mit der Menge das Gefühl und die Sympathie der Menschheit ist; und dass zugleich sein Sättigen von viertausend Männern mit sieben Broten und einigen Fischen ein Werk göttlicher Kraft ist? Es heißt weiter: Und sie hoben von den übriggebliebenen Brocken sieben Körbe auf.