
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Markusevangelium 7
31 Nachdem er das Gebiet von Tyrus wieder verlassen hatte, kam er über Sidon an den See von Galiläa mitten in das Gebiet der Dekapolis. 32 Da brachten sie einen Taubstummen zu ihm und baten ihn, ihm die Hand aufzulegen. 33 Und er nahm ihn aus der Menge beiseite, legte ihm seine Finger in die Ohren und berührte seine Zunge mit Speichel, 34 blickte zum Himmel auf, seufzte und sagte zu ihm: Effata!, das heißt: Öffne dich! 35 Da öffneten sich seine Ohren und das Band seiner Zunge löste sich und er konnte richtig reden. 36 Er befahl ihnen, niemand davon zu erzählen. Je mehr er es ihnen aber befahl, desto mehr verkündeten sie es. 37 Sie waren außer sich vor Staunen und sagten: Gut hat er alles gemacht. Die Tauben macht er hören und die Stummen reden.
(ap. Aug. non occ. sed ap. Bed. ubi sup.) Wenn Er jedoch, als einer, der die gegenwärtigen und zukünftigen Willen der Menschen kannte, wusste, dass sie Ihn umso mehr verkünden würden, je mehr Er es ihnen verbot, warum gab Er ihnen diesen Befehl? Wenn nicht, um den trägen Menschen zu beweisen, wie viel freudiger, mit wie viel größerem Gehorsam diejenigen, denen Er gebietet, Ihn zu verkünden, predigen sollten, da die, denen es verboten war, nicht schweigen konnten.