Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 6
45 Gleich darauf nötigte er seine Jünger, ins Boot zu steigen und ans andere Ufer nach Betsaida vorauszufahren, während er selbst das Volk entlassen wollte. 46 Als er sie verabschiedet hatte, ging er auf den Berg, um zu beten. 47 Inzwischen war es Abend geworden und das Boot war mitten auf dem See, er aber war allein an Land. 48 Als er sah, wie sie sich beim Rudern abquälten -- sie hatten nämlich Gegenwind --, kam er um die vierte Nachtwache auf dem See zu ihnen und wollte an ihnen vorübergehen. 49 Als sie ihn aber auf dem See sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrien auf. 50 Denn alle sahen ihn und waren entsetzt. Er aber redete sie sogleich an und sagte zu ihnen: Mut! Ich bin es. Fürchtet euch nicht! 51 Dann stieg er zu ihnen ins Boot und der Wind legte sich. Sie aber waren bestürzt und außer sich; 52 denn sie waren bei den Broten nicht zur Einsicht gekommen; ihr Herz war verhärtet.
(in Marc. 2, 28) Nicht jeder Mensch jedoch, der betet, steigt auf einen Berg, sondern nur der betet gut, der Gott im Gebet sucht. Wer aber um Reichtümer oder weltliche Mühen oder um den Tod seines Feindes betet, sendet aus den tiefsten Abgründen seine niedrigen Gebete zu Gott empor. Johannes sagt: Als Jesus nun wahrnahm, dass sie kommen würden, um ihn mit Gewalt zu ergreifen und zum König zu machen, zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein. (Johannes 6,15) Es fährt fort: Und als es Abend geworden war, war das Schiff mitten auf dem Meer, und er allein auf dem Land.