Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 6
45 Gleich darauf nötigte er seine Jünger, ins Boot zu steigen und ans andere Ufer nach Betsaida vorauszufahren, während er selbst das Volk entlassen wollte. 46 Als er sie verabschiedet hatte, ging er auf den Berg, um zu beten. 47 Inzwischen war es Abend geworden und das Boot war mitten auf dem See, er aber war allein an Land. 48 Als er sah, wie sie sich beim Rudern abquälten -- sie hatten nämlich Gegenwind --, kam er um die vierte Nachtwache auf dem See zu ihnen und wollte an ihnen vorübergehen. 49 Als sie ihn aber auf dem See sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrien auf. 50 Denn alle sahen ihn und waren entsetzt. Er aber redete sie sogleich an und sagte zu ihnen: Mut! Ich bin es. Fürchtet euch nicht! 51 Dann stieg er zu ihnen ins Boot und der Wind legte sich. Sie aber waren bestürzt und außer sich; 52 denn sie waren bei den Broten nicht zur Einsicht gekommen; ihr Herz war verhärtet.
(in Marc. 2, 27) Aber mit Recht wundern wir uns, wie Markus sagt, dass die Jünger nach dem Wunder der Brote das Meer von Bethsaida überquerten, während Lukas berichtet, dass das Wunder in den Gegenden von Bethsaida geschah, es sei denn, wir verstehen, dass Lukas mit der Wüste, die Bethsaida ist, nicht das Land unmittelbar um die Stadt meint, sondern die zu ihr gehörenden Wüstengebiete. (Lukas 9,10.) Wenn aber Markus sagt, dass sie vor ihm nach Bethsaida fahren sollten, ist die Stadt selbst gemeint. Es fährt fort: Und nachdem er sie entlassen hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten.