Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 6
35 Als es schon spät geworden war, kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Die Gegend ist einsam, und es ist schon spät. 36 Entlass sie, damit sie in die umliegenden Höfe und Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen. 37 Doch er antwortete ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Da sagten sie zu ihm: Sollen wir gehen und für zweihundert Denare Brot kaufen und ihnen zu essen geben? 38 Er sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht, seht nach! Als sie nachgesehen hatten, sagten sie: Fünf und zwei Fische. 39 Da befahl er ihnen, alle sollten sich in Tischgemeinschaften auf dem grünen Gras lagern. 40 Und sie lagerten sich in Gruppen zu je hundert und zu fünfzig. 41 Da nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach das Segensgebet, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie sie ihnen vorlegten; auch die zwei Fische teilte er an alle aus. 42 Und alle aßen und wurden satt. 43 Die Brocken sammelte man auf, zwölf Körbe voll, dazu Reste von den Fischen. 44 Die die Brote gegessen hatten, waren fünftausend Männer.
(ubi sup.) Wiederum, im mystischen Sinn, erquickt der Erlöser die hungrigen Mengen beim Niedergang des Tages, weil wir, sei es nun, dass das Ende der Welt naht, sei es, dass die Sonne der Gerechtigkeit für uns im Tod untergegangen ist, vor dem Verschmachten in geistlichem Hunger gerettet werden. Er ruft die Apostel beim Brechen des Brotes zu sich, um anzuzeigen, dass täglich durch sie unsere hungrigen Seelen gespeist werden, das heißt durch ihre Briefe und Beispiele. Durch die fünf Brote werden die Fünf Bücher Moses dargestellt, durch die zwei Fische die Psalmen und Propheten.