Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 6
30 Die Apostel kamen wieder bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. 31 Da sagte er zu ihnen: Kommt mit, ihr allein, an einen einsamen Ort und ruht ein wenig aus. Denn es waren viele, die da kamen und gingen, dass sie nicht einmal Zeit zum Essen hatten. 32 So fuhren sie mit einem Boot an einen einsamen Ort, um allein zu sein. 33 Aber man sah sie abfahren und viele merkten es und sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin zusammen und kamen noch vor ihnen an. 34 Als er ausstieg, sah er eine große Volksmenge und wurde von Mitleid mit ihnen ergriffen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er begann sie vieles zu lehren.
(ubi sup.) Wie die Notwendigkeit entstand, seinen Jüngern Ruhe zu geben, zeigt Er, wenn Er hinzufügt: Denn es kamen viele und gingen, und sie hatten nicht einmal Muße zu essen; wir können also sehen, wie groß das Glück jener Zeit war, sowohl aus der Mühe der Lehrer als auch aus dem Eifer der Lernenden. Es heißt weiter: Und sie stiegen in ein Schiff und fuhren an einen einsamen Ort, abseits. Die Jünger stiegen nicht allein in das Schiff, sondern nahmen den Herrn mit sich und gingen an einen einsamen Ort, wie Matthäus zeigt. (Mt 14) Hier prüft Er den Glauben der Menge, und indem Er einen einsamen Ort sucht, will Er sehen, ob sie ihm nachfolgen wollen. Und sie folgen ihm, und das nicht zu Pferd oder in Wagen, sondern mühsam zu Fuß kommend, zeigen sie, wie groß ihre Sorge um ihr Heil ist. Es folgt: Und das Volk sah sie weggehen, und viele erkannten ihn, und sie liefen zu Fuß dorthin aus allen Städten und kamen ihnen zuvor. Indem gesagt wird, dass sie ihnen zu Fuß zuvorkamen, wird bewiesen, dass die Jünger mit dem Herrn nicht das andere Ufer des Meeres oder des Jordan erreichten, sondern sie gingen zu den nächsten Orten desselben Landes, wo das Volk jener Gegenden zu Fuß zu ihnen kommen konnte.