
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Markusevangelium 5
35 Während er noch redete, kamen Leute des Synagogenvorstehers und sagten: Deine Tochter ist gestorben. Was bemühst du den Meister noch? 36 Jesus aber, der aufgefangen hatte, was da gesprochen wurde, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte dich nicht, glaube nur! 37 Und er ließ niemand mit sich gehen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. 38 So kamen sie zum Haus des Synagogenvorstehers und er nahm den Lärm wahr und wie sie weinten und laut wehklagten. 39 Nachdem er eingetreten war, sagte er zu ihnen: Was lärmt und weint ihr? Das Kind ist nicht tot, sondern es schläft. Da verlachten sie ihn. 40 Er aber wies alle hinaus, nahm des Kindes Vater und Mutter sowie seine Begleiter mit sich und ging in die Kammer, in der das Kind lag. 41 Er ergriff die Hand des Kindes und sagte zu ihm: Talita kum!, was übersetzt heißt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! 42 Sofort stand das Mädchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen. 43 Er aber gebot ihnen streng, dass niemand etwas davon erfahren dürfe, und sagte, man solle ihr zu essen geben.
(ubi sup.) Es wird nicht gesagt, dass er seinen Freunden zustimmte, die die Nachricht brachten und den Meister am Kommen hindern wollten, so dass die Worte unseres Herrn: Fürchte dich nicht, glaube nur, kein Tadel für seinen Mangel an Glauben ist, sondern dazu bestimmt war, den Glauben zu stärken, den er bereits hatte. Wenn aber der Evangelist berichtet hätte, dass der Vorsteher der Synagoge sich den Freunden anschloss, die aus seinem Haus kamen, indem er sagte, Jesus solle nicht bemüht werden, dann wären die Worte, die Matthäus ihn sagen lässt, nämlich dass das Mädchen tot sei, im Widerspruch zu seiner Gesinnung gewesen. Es geht weiter: Und er ließ niemand ihm folgen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus.