
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Markusevangelium 5
21 Als Jesus im Boot wieder ans andere Ufer hinübergefahren war, versammelte sich eine große Volksmenge bei ihm am See. 22 Da kam ein Synagogenvorsteher namens Jaïrus zu ihm. Als er ihn erblickte, fiel er ihm zu Füßen 23 und bat ihn flehentlich: Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie gerettet wird und am Leben bleibt! 24 Da ging er mit ihm, und eine große Menge folgte und umdrängte ihn. 25 Da war eine Frau, die seit zwölf Jahren an Blutungen litt 26 und von vielen Ärzten viel ausgestanden und ihr ganzes Vermögen darauf verwendet hatte, ohne dass es etwas genützt hätte; es war vielmehr immer schlimmer mit ihr geworden. 27 Sie hatte von Jesus gehört und trat nun unter der Menge von hinten hinzu und berührte sein Gewand. 28 Denn sie dachte: Wenn ich auch nur seine Kleider berühre, werde ich geheilt. 29 Sofort versiegte die Quelle ihres Blutes und sie spürte, dass sie von ihrem Leiden geheilt war. 30 Im selben Augenblick fühlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausgegangen war, und er wandte sich in der Volksmenge um und sagte: Wer hat meine Kleider berührt? 31 Seine Jünger antworteten ihm: Du siehst doch, wie das Volk dich umdrängt, und da fragst du: Wer hat mich berührt? 32 Er aber blickte rings umher, um zu sehen, wer es getan hatte. 33 Da kam die Frau zitternd vor Furcht heran, weil sie wusste, was an ihr geschehen war, fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. 34 Er aber sagte zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dir Heilung gebracht. Geh hin in Frieden und sei geheilt von deinem Leiden!
(ubi sup.) Denn er hält sich nicht an die Worte des Vaters, sondern an das, was von größter Bedeutung ist, seine Wünsche; denn er war so verzweifelt, dass sein Wunsch war, sie solle ins Leben zurückkehren, da er nicht glaubte, dass sie lebend gefunden werden könne, die er sterbend zurückgelassen hatte.