Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 3
31 Da kamen seine Mutter und seine Brüder, blieben draußen stehen und ließen ihn rufen. 32 Das Volk saß um ihn herum als man ihm sagte: Deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern sind draußen und suchen dich. 33 Da antwortete er ihnen: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? 34 Und indem er auf die um ihn Sitzenden blickte, sagte er: Das sind meine Mutter und meine Brüder. 35 Wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.
(Ambr in Luc. 6, 36. Bede ubi sup.) Als Er also durch eine Botschaft gebeten wurde, hinauszugehen, lehnt Er ab, nicht als ob Er den pflichtgemäßen Dienst Seiner Mutter verweigerte, sondern um zu zeigen, dass Er den Geheimnissen Seines Vaters mehr schuldet als den Gefühlen Seiner Mutter. Noch verachtet Er Seine Brüder grob, sondern indem Er Sein geistliches Werk dem fleischlichen Verhältnis vorzieht, lehrt Er uns, dass die Religion eher das Band des Herzens als das des Körpers ist. Deshalb heißt es weiter: Und er sah ringsum auf die, die um ihn saßen, und sprach: Siehe, meine Mutter und meine Brüder.