
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Markusevangelium 3
23 Da rief er sie herbei und redete in Gleichnissen zu ihnen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? 24 Wenn ein Reich mit sich selbst entzweit ist, so kann dieses Reich keinen Bestand haben. 25 Und wenn ein Haus in sich selbst entzweit ist, so kann dieses Haus keinen Bestand haben. 26 Wenn nun Satan gegen sich selbst aufsteht und mit sich entzweit ist, so kann er keinen Bestand haben, sondern es ist aus mit ihm. 27 Niemand aber kann in das Haus eines Starken eindringen und seine Habe rauben, wenn er nicht zuvor den Starken gefesselt hat. Dann erst wird er sein Haus ausplündern. 28 Amen, ich sage euch: Alle Sünden und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, soviel sie auch lästern mögen. 29 Wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern ist ewiger Sünde schuldig. 30 Sie sagten nämlich: Er hat einen unreinen Geist.
(Serm. 71, 12, 21) Oder aber die Unbußfertigkeit selbst ist die Lästerung gegen den Heiligen Geist, die keine Vergebung hat. Denn sei es in seinem Denken oder mit seiner Zunge spricht er ein Wort gegen den Heiligen Geist, den Vergeber der Sünden, der sich selbst ein unbüßfertiges Herz aufbewahrt. Aber Er fügt hinzu: Denn sie sagten: Er hat einen unreinen Geist, um zu zeigen, dass der Grund für Seine Aussage ihre Behauptung war, Er treibe einen Dämon durch Beelzebub aus, nicht weil es eine Lästerung gibt, die nicht vergeben werden kann, da auch diese durch eine rechte Buße vergeben werden könnte: sondern der Grund, warum dieses Urteil vom Herrn gefällt wurde, nachdem Er den unreinen Geist erwähnt hatte (der, wie unser Herr zeigt, gegen sich selbst entzweit war), war, dass der Heilige Geist sogar die, die Er zusammenbringt, ungeteilt macht, indem Er jene Sünden vergibt, die sie von Ihm trennten, welches Geschenk der Vergebung von niemandem abgelehnt wird, außer von dem, der die Härte eines unbüßfertigen Herzens hat. Denn an einer anderen Stelle sagten die Juden vom Herrn, dass Er einen Dämon habe (Johannes 7,20), ohne dass Er dort jedoch etwas über die Lästerung gegen den Geist sagte; und der Grund ist, dass sie dort nicht den unreinen Geist so vorwarfen, dass jener Geist durch ihre eigenen Worte als gegen sich selbst entzweit gezeigt werden konnte, wie Beelzebub hier gezeigt wurde, durch ihre Aussage, dass er es sein könnte, der die Dämonen austreibt.