Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 2
13 Jesus ging wieder hinaus an den See und alles Volk kam zu ihm und er lehrte sie. 14 Im Vorbeigehen sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand er auf und folgte ihm. 15 Als er in seinem Haus zu Tisch lag, aßen auch viele Zöllner und Sünder mit Jesus und seinen Jüngern. Denn es waren viele, die ihm nachfolgten. 16 Als nun die Schriftgelehrten (von der Partei) der Pharisäer sahen, dass er mit den Sündern und Zöllnern aß, sagten sie zu seinen Jüngern: Warum isst er mit den Zöllnern und Sündern? 17 Das hörte Jesus und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder.
(ubi sup.) Wenn durch die Erwählung des Matthäus und die Berufung der Zöllner der Glaube der Heiden ausgedrückt wird, die früher auf die Gewinne dieser Welt bedacht waren; so zeigt gewiss der Hochmut der Schriftgelehrten und Pharisäer den Neid des jüdischen Volkes an, das über das Heil der Heiden verärgert ist. Es heißt weiter: Als Jesus das hörte, sprach er zu ihnen: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Er zielt auf die Schriftgelehrten und Pharisäer, die, sich selbst für gerecht haltend, sich weigerten, mit Sündern Umgang zu pflegen. Er nennt sich selbst den Arzt, der, auf wunderbare Weise heilend, um unserer Missetaten willen verwundet wurde, und durch seine Wunde sind wir geheilt. Und er nennt diejenigen gesund und gerecht, die, indem sie ihre eigene Gerechtigkeit aufrichten wollen, der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen sind. Weiter nennt er diejenigen reich und Sünder, die, von der Erkenntnis ihrer eigenen Schwäche überwältigt und sehend, dass sie nicht durch das Gesetz gerechtfertigt werden können, ihren Nacken der Gnade Christi durch Buße unterwerfen. Daher wird hinzugefügt: Denn ich bin nicht gekommen, die Gerechten zu rufen, sondern die Sünder, usw.