
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Markusevangelium 16
1 Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome Balsam, um (zum Grab) zu gehen und ihn zu salben. 2 Sie kamen am ersten Wochentag zum Grab, sehr früh, als eben die Sonne aufging. 3 Sie sagten zueinander: Wer wird uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? 4 Doch als sie aufblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war nämlich sehr groß. 5 Sie gingen in das Grab hinein und sahen einen jungen Mann auf der rechten Seite sitzen, bekleidet mit einem weißen Gewand, und sie erschraken. 6 Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier. Seht da die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten. 7 Aber nun geht und sagt seinen Jüngern und Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. 8 Da gingen sie hinaus und flohen vom Grab; denn Angst und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.
(de Con. Evan. iii. 24.) Wir können jedoch fragen, wie Markus dies sagen kann, wenn Matthäus sagt: Sie gingen schnell vom Grab weg mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkünden (Mt 28,8), es sei denn, wir verstehen es so, dass sie nicht wagten, ein Wort zu einem der Engel selbst zu sagen, das heißt, auf die Worte zu antworten, die sie zu ihnen gesprochen hatten; oder zu den Wachen, die sie dort liegen sahen; denn die Freude, von der Matthäus spricht, steht nicht im Widerspruch zu der Furcht, die Markus erwähnt. Denn wir hätten verstehen müssen, dass beide Gefühle in ihren Herzen waren, auch wenn Matthäus die Furcht nicht erwähnt hätte. Aber da er auch gesagt hat, dass sie mit Furcht und großer Freude herauskamen, lässt er keinen Raum für eine Frage.