
Gregor der Große
Catena Aurea · Markusevangelium 16
1 Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome Balsam, um (zum Grab) zu gehen und ihn zu salben. 2 Sie kamen am ersten Wochentag zum Grab, sehr früh, als eben die Sonne aufging. 3 Sie sagten zueinander: Wer wird uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? 4 Doch als sie aufblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war nämlich sehr groß. 5 Sie gingen in das Grab hinein und sahen einen jungen Mann auf der rechten Seite sitzen, bekleidet mit einem weißen Gewand, und sie erschraken. 6 Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier. Seht da die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten. 7 Aber nun geht und sagt seinen Jüngern und Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. 8 Da gingen sie hinaus und flohen vom Grab; denn Angst und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.
(ubi sup.) Denn Galiläa bedeutet ‚ein Hinübergehen‘; denn unser Erlöser war bereits von seinem Leiden zur Auferstehung, vom Tod zum Leben hinübergegangen, und wir werden Freude haben, die Herrlichkeit seiner Auferstehung zu sehen, wenn wir nur vom Laster zur Höhe der Tugend hinübergehen. Der also am Grab verkündet wird, wird im ‚Hinübergehen‘ gezeigt, weil der, der zuerst in der Abtötung des Fleisches erkannt wird, in diesem Hinübergehen der Seele gesehen wird.