
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Markusevangelium 16
1 Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome Balsam, um (zum Grab) zu gehen und ihn zu salben. 2 Sie kamen am ersten Wochentag zum Grab, sehr früh, als eben die Sonne aufging. 3 Sie sagten zueinander: Wer wird uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? 4 Doch als sie aufblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war nämlich sehr groß. 5 Sie gingen in das Grab hinein und sahen einen jungen Mann auf der rechten Seite sitzen, bekleidet mit einem weißen Gewand, und sie erschraken. 6 Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferweckt worden, er ist nicht hier. Seht da die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten. 7 Aber nun geht und sagt seinen Jüngern und Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. 8 Da gingen sie hinaus und flohen vom Grab; denn Angst und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.
(Con. Evang. iii. 24) Was Lukas mit ‚sehr früh am Morgen‘ ausdrückt und Johannes mit ‚früh, als es noch dunkel war‘, muss bei Markus verstanden werden, wenn er sagt: ‚sehr früh am Morgen, als die Sonne aufging‘, das heißt, als der Himmel im Osten hell wurde, wie es an Orten nahe dem Sonnenaufgang üblich ist; denn dies ist das Licht, das wir die Morgendämmerung nennen. Daher besteht kein Widerspruch zu dem Bericht, der sagt: ‚als es noch dunkel war‘. Denn wenn der Tag dämmert, nehmen die Reste der Dunkelheit ab, je heller das Licht wird; und wir dürfen die Worte ‚sehr früh am Morgen, als die Sonne aufging‘ nicht so verstehen, dass die Sonne selbst auf der Erde gesehen wurde, sondern als Ausdruck der nahen Annäherung der Sonne an diese Gegenden, das heißt, wenn ihr Aufgang beginnt, den Himmel zu erhellen.