Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 15
6 An jedem Fest gab er ihnen einen Gefangenen frei, den sie sich ausbitten konnten. 7 Nun saß gerade ein Mann namens Barabbas im Gefängnis zusammen mit den Aufrührern, die bei dem Aufstand einen Mord verübt hatten. 8 Die Menge zog hin und begann zu begehren, was er ihnen zu gewähren pflegte. 9 Pilatus fragte sie: Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden freigebe? 10 Er wusste nämlich, dass ihn die Hohenpriester nur aus Neid überliefert hatten. 11 Die Hohenpriester aber hetzten die Masse auf, er solle ihnen lieber den Barabbas freigeben. 12 Da ergriff Pilatus nochmals das Wort und fragte sie: Was soll ich dann mit dem machen, den ihr den König der Juden nennt? 13 Da schrien sie wiederum: Kreuzige ihn! 14 Pilatus erwiderte: Was hat er denn Böses getan? Da schrien sie noch lauter: Kreuzige ihn! 15 Weil aber Pilatus das Volk zufrieden stellen wollte, gab er ihnen Barabbas frei, Jesus aber ließ er geißeln und übergab ihn zur Kreuzigung.
(ubi sup.) Aber die Juden, die ihrer Wut freien Lauf ließen, antworten nicht auf die Frage des Richters. Daher heißt es weiter: Und sie schrien noch viel mehr: Kreuzige ihn! damit jene Worte des Propheten Jeremia erfüllt würden: Mein Erbe ist mir wie ein Löwe im Wald, es schreit gegen mich. (Jer 12,8) Es folgt: Und so gab Pilatus, der das Volk zufriedenstellen wollte, ihnen Barabbas frei und lieferte Jesus, nachdem er ihn gegeißelt hatte, zur Kreuzigung aus.