Origenes
Catena Aurea · Markusevangelium 14
3 Als er in Betanien im Hause Simons des Aussätzigen zu Tisch lag, kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll echter, kostbarer Nardensalbe, zerbrach das Gefäß und goss es über sein Haar. 4 Aber einige sagten unwillig zueinander: Wozu diese Verschwendung des Salböls? 5 Man hätte das Öl für mehr als dreihundert Denare verkaufen und den Erlös den Armen geben können. Und sie schalten sie. 6 Jesus aber sagte: Lasst sie! Was kränkt ihr sie? Sie hat eine gute Tat an mir getan. 7 Denn Arme habt ihr ja allezeit bei euch und könnt ihnen Gutes tun, sooft ihr wollt; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Was sie vermochte, hat sie getan; sie hat im voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt. 9 Amen, ich sage euch: Wo immer auf der ganzen Welt das Evangelium verkündet wird, da wird auch zu ihrem Gedächtnis erzählt werden, was sie getan hat.
(in Matt. 35.) Denn sie waren betrübt über die Verschwendung des Salböls, das für eine große Summe hätte verkauft und den Armen gegeben werden können. Dies jedoch hätte nicht sein sollen, denn es war richtig, dass es über das Haupt Christi mit einem heiligen und passenden Strom ausgegossen wurde; deshalb heißt es weiter: Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Und so wirksam ist das Lob dieses guten Werkes, dass es uns alle anregen sollte, das Haupt des Herrn mit wohlriechenden und reichen Opfergaben zu füllen, damit von uns gesagt werden kann, dass wir ein gutes Werk am Haupt des Herrn getan haben. Denn wir haben immer, solange wir in diesem Leben bleiben, die Armen bei uns, die der Fürsorge derer bedürfen, die im Wort Fortschritte gemacht haben und mit der Weisheit Gottes bereichert sind; sie können jedoch nicht immer Tag und Nacht den Sohn Gottes bei sich haben, das heißt, das Wort und die Weisheit Gottes. Denn es folgt: Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, und wann immer ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.