
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Markusevangelium 14
3 Als er in Betanien im Hause Simons des Aussätzigen zu Tisch lag, kam eine Frau mit einem Alabastergefäß voll echter, kostbarer Nardensalbe, zerbrach das Gefäß und goss es über sein Haar. 4 Aber einige sagten unwillig zueinander: Wozu diese Verschwendung des Salböls? 5 Man hätte das Öl für mehr als dreihundert Denare verkaufen und den Erlös den Armen geben können. Und sie schalten sie. 6 Jesus aber sagte: Lasst sie! Was kränkt ihr sie? Sie hat eine gute Tat an mir getan. 7 Denn Arme habt ihr ja allezeit bei euch und könnt ihnen Gutes tun, sooft ihr wollt; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Was sie vermochte, hat sie getan; sie hat im voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt. 9 Amen, ich sage euch: Wo immer auf der ganzen Welt das Evangelium verkündet wird, da wird auch zu ihrem Gedächtnis erzählt werden, was sie getan hat.
(de Con. Evan. ii. 78) Es könnte als Widerspruch erscheinen, dass Matthäus und Markus, nachdem sie zwei Tage und das Pascha erwähnt haben, (Joh 12,1) später hinzufügen, dass Jesus in Bethanien war, wo jenes kostbare Salböl erwähnt wird; während Johannes, kurz bevor er von der Salbung spricht, sagt, dass Jesus sechs Tage vor dem Fest nach Bethanien kam. Aber jene Personen, die dadurch beunruhigt sind, wissen nicht, dass Matthäus und Markus jene Salbung in Bethanien nicht unmittelbar nach jenen zwei Tagen, von denen er vorhergesagt hatte, ansetzen, sondern als Rückblende zu der Zeit, als noch sechs Tage bis zum Pascha waren.