
Gregor der Große
Catena Aurea · Markusevangelium 13
32 Jenen Tag aber oder die Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater. 33 Gebt Acht, seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Augenblick da ist. 34 Es ist wie bei einem Mann, der außer Landes reiste, sein Haus verließ und seinen Knechten Vollmacht gab, jedem seine Arbeit, und dem Türhüter befahl, wachsam zu sein. 35 Wacht also! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht oder beim Hahnenschrei oder frühmorgens. 36 Er soll euch, wenn er unvermutet kommt, nicht schlafend antreffen. 37 Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!
(Hom. in Evan. 9) Denn die Erde ist eigentlich der Ort für das Fleisch, das gleichsam in ein fernes Land weggetragen wurde, als es von unserem Erlöser in den Himmel versetzt wurde. Und er gab seinen Knechten die Macht über jedes Werk, als er seinen Gläubigen die Gnade des Heiligen Geistes gab und ihnen die Kraft verlieh, jedem guten Werk zu dienen. Er befahl auch dem Türhüter zu wachen, weil er der Ordnung der Hirten befahl, über die ihnen anvertraute Kirche zu wachen. Doch nicht nur diejenigen von uns, die über Kirchen herrschen, sondern alle sind verpflichtet, die Türen ihrer Herzen zu bewachen, damit die bösen Eingebungen des Teufels nicht in sie eindringen und unser Herr uns nicht schlafend findet. Daher fügt er zum Abschluss dieses Gleichnisses hinzu: „Darum wacht: denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, am Abend oder um Mitternacht oder beim Hahnenschrei oder am Morgen: damit er nicht plötzlich komme und euch schlafend finde.“