
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Markusevangelium 13
28 Zieht die Lehre aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum: Wenn seine Zweige schon saftig werden und Blätter heraustreiben, dann wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. 29 Genauso sollt auch ihr, wenn ihr das geschehen seht, erkennen: Er (der Menschensohn) steht nahe vor der Tür. 30 Amen, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. 31 Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen.
(Epist. 119, 11) Alles, was von den drei Evangelisten über die Ankunft unseres Herrn gesagt wird, wird, wenn es sorgfältig miteinander verglichen und geprüft wird, vielleicht als zu seinem täglichen Kommen in seinem Leib, das heißt der Kirche, gehörig befunden werden, außer jenen Stellen, wo jenes letzte Kommen so verheißen wird, als ob es nahe wäre; zum Beispiel im letzten Teil der Rede nach Matthäus wird das Kommen selbst klar ausgedrückt, wo gesagt wird: Wenn der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit. (Mt. 25,31) Denn worauf bezieht er sich in den Worten: Wenn ihr seht, dass dies geschieht, als auf das, was er oben erwähnt hat, unter dem gesagt wird: Und dann werdet ihr den Menschensohn kommen sehen in den Wolken. Das Ende wird also nicht dann sein, sondern dann wird es nahe sein. Oder sollen wir sagen, dass nicht alles, was oben erwähnt wird, einbezogen werden muss, sondern nur einiges davon, das heißt, indem wir die Worte auslassen: Dann werdet ihr den Menschensohn kommen sehen; denn das wird das Ende selbst sein und nicht nur sein Nahen. Aber Matthäus hat erklärt, dass es ohne Ausnahme anzunehmen ist, wenn er sagt: Wenn ihr dies alles seht, so erkennt, dass es nahe ist, sogar vor der Tür. Das oben Gesagte muss also so verstanden werden: Und er wird seine Engel senden und seine Auserwählten sammeln von den vier Winden; das heißt, er wird seine Auserwählten von den vier Winden des Himmels sammeln, was er in der ganzen letzten Stunde tut, indem er in seinen Gliedern wie in Wolken kommt.