Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 13
14 Wenn ihr aber den Gräuel der Verwüstung dort stehen seht, wo er nicht sein darf -- wer es liest, bedenke es wohl! --, dann fliehe in die Berge, wer in Judäa ist. 15 Wer sich gerade auf dem Dach befindet, der steige nicht herab und gehe nicht in sein Haus, um etwas zu holen, 16 und wer auf dem Feld ist, kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen. 17 Wehe aber den Schwangeren und Stillenden in jenen Tagen! 18 Betet, dass dies alles nicht in den Winter fällt, 19 denn jene Tage werden eine Drangsal sein, wie noch keine gewesen ist seit dem Anfang der Schöpfung durch Gott, bis jetzt und auch nicht mehr sein wird. 20 Und wenn der Herr jene Tage nicht verkürzt hätte, würde kein Mensch gerettet. Aber um der Auserwählten willen, die er erwählt hat, hat er die Tage verkürzt.
(ebd.) Oder aber; diese Worte: In jenen Tagen wird eine Bedrängnis sein, stimmen eigentlich mit den Zeiten des Antichrist überein, wenn nicht nur häufigere und schmerzhaftere Foltern als zuvor auf die Gläubigen gehäuft werden, sondern auch, was schrecklicher ist, die Wirkung von Wundern die begleiten wird, die die Foltern zufügen. Aber je größer diese Bedrängnis sein wird als die vorhergehenden, desto kürzer wird sie sein. Denn es wird geglaubt, dass die Kirche dreieinhalb Jahre lang angegriffen wird, soweit man aus der Prophezeiung Daniels und der Offenbarung des Johannes vermuten kann. Im geistlichen Sinn jedoch, wenn wir den Gräuel der Verwüstung an heiliger Stätte stehen sehen, das heißt, Häresien und Verbrechen unter denen herrschen, die durch die himmlischen Geheimnisse geweiht erscheinen, dann soll jeder von uns, der in Judäa bleibt, das heißt im Bekenntnis des wahren Glaubens, umso höher in der Tugend steigen, je mehr Menschen wir sehen, die die breiten Pfade des Lasters gehen.