
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Markusevangelium 13
14 Wenn ihr aber den Gräuel der Verwüstung dort stehen seht, wo er nicht sein darf -- wer es liest, bedenke es wohl! --, dann fliehe in die Berge, wer in Judäa ist. 15 Wer sich gerade auf dem Dach befindet, der steige nicht herab und gehe nicht in sein Haus, um etwas zu holen, 16 und wer auf dem Feld ist, kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen. 17 Wehe aber den Schwangeren und Stillenden in jenen Tagen! 18 Betet, dass dies alles nicht in den Winter fällt, 19 denn jene Tage werden eine Drangsal sein, wie noch keine gewesen ist seit dem Anfang der Schöpfung durch Gott, bis jetzt und auch nicht mehr sein wird. 20 Und wenn der Herr jene Tage nicht verkürzt hätte, würde kein Mensch gerettet. Aber um der Auserwählten willen, die er erwählt hat, hat er die Tage verkürzt.
(Epist. cxcix. 9.) Denn Josephus, der die Geschichte der Juden geschrieben hat, berichtet, dass dieses Volk solches erlitten habe, was kaum glaublich ist; daher wird nicht ohne Grund gesagt, dass es keine solche Bedrängnis gab vom Anfang der Schöpfung bis jetzt, noch je geben wird. Aber obwohl zur Zeit des Antichrist eine ähnliche oder größere sein wird, müssen wir verstehen, dass von jenem Volk gesagt wird, dass nie eine andere solche geschehen werde. Denn wenn sie die ersten und vornehmsten sind, die den Antichrist aufnehmen, so kann man eher sagen, dass dasselbe Volk die Bedrängnis verursacht, als dass es sie erleidet.