Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 13
14 Wenn ihr aber den Gräuel der Verwüstung dort stehen seht, wo er nicht sein darf -- wer es liest, bedenke es wohl! --, dann fliehe in die Berge, wer in Judäa ist. 15 Wer sich gerade auf dem Dach befindet, der steige nicht herab und gehe nicht in sein Haus, um etwas zu holen, 16 und wer auf dem Feld ist, kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen. 17 Wehe aber den Schwangeren und Stillenden in jenen Tagen! 18 Betet, dass dies alles nicht in den Winter fällt, 19 denn jene Tage werden eine Drangsal sein, wie noch keine gewesen ist seit dem Anfang der Schöpfung durch Gott, bis jetzt und auch nicht mehr sein wird. 20 Und wenn der Herr jene Tage nicht verkürzt hätte, würde kein Mensch gerettet. Aber um der Auserwählten willen, die er erwählt hat, hat er die Tage verkürzt.
(ubi sup.) Es ist bezeugt, dass dies buchstäblich erfüllt wurde, als beim Herannahen des Krieges mit Rom und der Ausrottung des jüdischen Volkes alle Christen, die in jener Provinz waren, durch die Prophezeiung gewarnt, weit weg flohen, wie die Kirchengeschichte berichtet, und sich jenseits des Jordan zurückzogen und eine Zeit lang in der Stadt Pella unter dem Schutz des Agrippa, des Königs der Juden, blieben, von dem in der Apostelgeschichte die Rede ist und der mit dem Teil der Juden, die ihm gehorchen wollten, stets dem römischen Reich untertan blieb.