Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 11
27 Sie kamen wieder nach Jerusalem. Und als er im Tempel umherging, kamen die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm 28 und fragten ihn: Mit welcher Vollmacht tust du dies? Oder wer hat dir die Vollmacht gegeben, dies zu tun? 29 Jesus entgegnete ihnen: Ich will euch eine Frage vorlegen. Antwortet ihr mir, dann werde ich euch sagen, mit welcher Vollmacht ich dies tue. 30 War die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? Antwortet mir! 31 Da überlegten sie miteinander: Sagen wir: vom Himmel, so wird er erwidern: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? 32 Oder sollen wir sagen: von Menschen? Davor hatten sie Angst wegen der Menge; denn alle glaubten, dass Johannes wirklich ein Prophet war. 33 So antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht. Da erwiderte ihnen Jesus: Dann sage auch ich euch nicht, mit welcher Vollmacht ich dies tue.
(ubi sup.) Der Herr hätte zwar die Spitzfindigkeiten seiner Versucher durch eine direkte Antwort widerlegen können, doch stellt er ihnen klugerweise eine Frage, damit sie entweder durch ihr Schweigen oder durch ihr Reden verurteilt würden, was aus dem Folgenden ersichtlich ist: Und sie überlegten bei sich selbst und sagten: Wenn wir sagen: Vom Himmel, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? Als hätte er gesagt: Der, von dem ihr bekennt, dass er seine Prophezeiung vom Himmel hatte, legte Zeugnis von mir ab, und ihr habt von ihm gehört, mit welcher Vollmacht ich diese Dinge tue. Es folgt: Wenn wir aber sagen: Von Menschen, so fürchteten sie das Volk. Sie sahen also, dass sie, was auch immer sie antworteten, in eine Falle geraten würden; aus Furcht, gesteinigt zu werden, fürchteten sie noch mehr das Bekenntnis der Wahrheit. Daher folgt: Und sie antworteten und sagten zu Jesus: Wir können es nicht sagen.