
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Markusevangelium 10
46 Sie kamen nach Jericho. Als er mit seinen Jüngern und vielem Volk Jericho wieder verließ, saß Bartimäus, der Sohn des Timäus, ein blinder Bettler, am Weg. 47 Als er hörte, dass es Jesus aus Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, erbarme dich meiner! 48 Viele fuhren ihn an, er solle still sein, er aber schrie noch lauter: Sohn Davids, erbarme dich meiner! 49 Da blieb Jesus stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten ihm: Hab Mut, steh auf, er ruft dich. 50 Da warf er seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu Jesus. 51 Und Jesus fragte ihn: Was willst du, dass ich dir tun soll? Der Blinde antwortete ihm: Rabbuni, dass ich wieder sehen kann. 52 Da sagte Jesus zu ihm: Geh, dein Glaube hat dir Heilung gebracht. Und sogleich sah er wieder und folgte ihm auf dem Weg.
(de Con. Evan. ii. 65) Aus diesem Grund wollte Markus seinen Fall allein erzählen, weil seine Sehkraft Wiedererlangung dem Wunder einen Ruhm verschaffte, der im Verhältnis zur Bekanntheit seines Leidens glänzend war. Aber obwohl Lukas ein Wunder berichtet, das ganz auf dieselbe Weise geschah, müssen wir dennoch verstehen, dass ein ähnliches Wunder an einem anderen Blinden und eine ähnliche Methode desselben Wunders gewirkt wurde. Es geht weiter: Und als er hörte, dass es Jesus von Nazareth war, begann er zu schreien und zu sagen: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner.