Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 1
40 Ein Aussätziger kam zu ihm und bat ihn kniefällig: Wenn du willst, kannst du mich rein machen. 41 Da streckte er, von Mitleid ergriffen, seine Hand aus, berührte ihn und sagte zu ihm: Ich will; sei rein! 42 Und sofort wich der Aussatz von ihm und er wurde rein. 43 Jesus fuhr ihn heftig an, jagte ihn gleich fort 44 und sagte zu ihm: Hüte dich, jemand etwas davon zu sagen, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose vorgeschrieben hat, zum Zeugnis für sie. 45 Er aber ging weg und fing an, die Geschichte mit Eifer bekannt zu machen und herumzuerzählen. So konnte er nicht mehr öffentlich in eine Stadt gehen, sondern hielt sich draußen an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.
(ubi sup. v. Greg. Moral. 19:22) Nun kann man wohl fragen, warum unser Herr befahl, seine Tat zu verbergen, und sie dennoch nicht eine Stunde verborgen bleiben konnte? Aber es ist zu beachten, dass der Grund, warum Er bei der Vollbringung eines Wunders befahl, es geheim zu halten, und es dennoch ruchbar wurde, der war, dass seine Auserwählten, dem Beispiel seiner Lehre folgend, zwar wünschen sollten, dass sie in den großen Dingen, die sie tun, verborgen bleiben, aber dennoch widerwillig zum Nutzen anderer ans Licht gebracht werden. Nicht als ob Er wünschte, dass etwas getan werde, was Er nicht bewirken konnte, sondern durch die Autorität seiner Lehre gab Er ein Beispiel dafür, was seine Glieder erstreben sollten und was ihnen sogar gegen ihren Willen widerfahren würde.