Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 1
40 Ein Aussätziger kam zu ihm und bat ihn kniefällig: Wenn du willst, kannst du mich rein machen. 41 Da streckte er, von Mitleid ergriffen, seine Hand aus, berührte ihn und sagte zu ihm: Ich will; sei rein! 42 Und sofort wich der Aussatz von ihm und er wurde rein. 43 Jesus fuhr ihn heftig an, jagte ihn gleich fort 44 und sagte zu ihm: Hüte dich, jemand etwas davon zu sagen, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose vorgeschrieben hat, zum Zeugnis für sie. 45 Er aber ging weg und fing an, die Geschichte mit Eifer bekannt zu machen und herumzuerzählen. So konnte er nicht mehr öffentlich in eine Stadt gehen, sondern hielt sich draußen an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.
(in Marc. i. 9) Und weil der Herr sagte, dass Er nicht gekommen sei, das Gesetz aufzulösen, sondern zu erfüllen, (Mt 5,17) schloss der, der vom Gesetz ausgeschlossen war, dass er durch die Kraft des Herrn gereinigt wurde, und zeigte, dass jene Gnade, die den Flecken des Aussätzigen abwaschen konnte, nicht vom Gesetz, sondern über dem Gesetz war. Und wahrlich, wie im Herrn die autoritative Macht, so zeigt sich in ihm die Beständigkeit des Glaubens; denn es folgt: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen. Er fällt auf sein Angesicht, was zugleich eine Geste der Niedrigkeit und der Scham ist, um zu zeigen, dass jeder Mensch sich der Flecken seines Lebens schämen sollte. Aber seine Scham erstickte das Bekenntnis nicht; er zeigte seine Wunde und bat um Medizin, und das Bekenntnis ist voller Hingabe und Glauben, denn er schreibt die Macht dem Willen des Herrn zu.