Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 1
4 Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. 5 Ganz Judäa und alle Bewohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus und ließen sich von ihm im Jordan taufen und bekannten dabei ihre Sünden. 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und nährte sich von Heuschrecken und wildem Honig. 7 Er verkündete: Nach mir kommt einer, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, mich zu bücken und den Riemen seiner Schuhe zu lösen. 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen.
(ubi sup.) So verkündet Johannes den Herrn noch nicht als Gott oder als Sohn Gottes, sondern nur als einen Menschen, der mächtiger ist als er. Denn seine unwissenden Hörer waren noch nicht fähig, die verborgenen Dinge eines so großen Sakraments zu empfangen, dass der ewige Sohn Gottes, nachdem er die Natur des Menschen angenommen hatte, kürzlich von einer Jungfrau in die Welt geboren worden war; sondern allmählich sollten sie durch die Anerkennung seiner verherrlichten Niedrigkeit zum Glauben an seine göttliche Ewigkeit eingeführt werden. Diesen Worten jedoch fügt er hinzu, als ob er verborgen erklärte, dass er der wahre Gott sei: Ich taufe euch mit Wasser, aber er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. Denn wer kann bezweifeln, dass niemand außer Gott die Gnade des Heiligen Geistes geben kann.