
Gregor der Große
Catena Aurea · Markusevangelium 1
4 Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. 5 Ganz Judäa und alle Bewohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus und ließen sich von ihm im Jordan taufen und bekannten dabei ihre Sünden. 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und nährte sich von Heuschrecken und wildem Honig. 7 Er verkündete: Nach mir kommt einer, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, mich zu bücken und den Riemen seiner Schuhe zu lösen. 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen.
(Hom. in Evan. vii.) Schuhe werden auch aus den Häuten toter Tiere gemacht. Der Herr also, der menschgewordene, erschien gleichsam mit Schuhen an seinen Füßen, denn er nahm in seiner Göttlichkeit die toten Häute unserer Verderbnis an. Oder: Es war bei den Alten Brauch, dass, wenn ein Mann sich weigerte, die Frau zu nehmen, die er nehmen sollte, derjenige, der sich als ihr Ehemann von Rechts wegen der Verwandtschaft anbot, jenem Mann den Schuh auszog. Zu Recht also verkündet er sich als unwürdig, seinen Schuhriemen zu lösen, als ob er offen sagte: Ich kann die Füße des Erlösers nicht entblößen, denn ich maße mir nicht den Namen des Bräutigams an, was über meine Verdienste hinausgeht.