Beda Venerabilis
Catena Aurea · Markusevangelium 1
4 Johannes der Täufer trat in der Wüste auf und verkündete eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. 5 Ganz Judäa und alle Bewohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus und ließen sich von ihm im Jordan taufen und bekannten dabei ihre Sünden. 6 Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften und nährte sich von Heuschrecken und wildem Honig. 7 Er verkündete: Nach mir kommt einer, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, mich zu bücken und den Riemen seiner Schuhe zu lösen. 8 Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen.
(ubi sup.) Die Kleidung und Nahrung des Johannes können auch ausdrücken, von welcher Art sein innerer Wandel war. Denn er trug eine strengere Kleidung als üblich, weil er das Leben der Sünder nicht durch Schmeichelei ermutigte, sondern sie durch die Kraft seiner rauen Rüge tadelte; er hatte einen Gürtel aus Fell um seine Lenden, denn er war einer, der sein Fleisch mit den Leidenschaften und Begierden kreuzigte. (Gal. 5:24) Er pflegte Heuschrecken und wilden Honig zu essen, weil seine Predigt für die Menge eine gewisse Süße hatte, während das Volk diskutierte, ob er selbst der Christus sei oder nicht; aber dies endete bald, als seine Hörer verstanden, dass er nicht der Christus war, sondern der Vorläufer und Prophet Christi. Denn im Honig ist Süße, in den Heuschrecken Schnelligkeit des Fluges; daher folgt: Und er predigte und sprach: Es kommt einer, mächtiger als ich, nach mir.