
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 9
51 Als die Zeit seiner Aufnahme (in den Himmel) herankam, nahm er entschlossen seinen Weg nach Jerusalem. 52 Er schickte Boten vor sich her und sie kamen in ein Dorf der Samariter, um für ihn Herberge zu bereiten. 53 Doch sie nahmen ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. 54 Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie verzehrt? 55 Da wandte er sich um und wies sie zurecht. 56 Und sie gingen in ein anderes Dorf.
Aber unser Herr, der alles wusste, bevor es geschah, wusste, dass seine Boten von den Samaritern nicht aufgenommen würden, und befahl ihnen dennoch, vor Ihm herzugehen, weil es seine Gewohnheit war, alles zum Guten seiner Jünger zu lenken. Er ging nun nach Jerusalem hinauf, als die Zeit seines Leidens nahte. Damit sie also nicht Anstoß nähmen, wenn sie Ihn leiden sähen, und bedächten, dass auch sie geduldig ertragen müssten, wenn Menschen sie verfolgten, bestimmte Er im Voraus gleichsam als Vorspiel diese Zurückweisung durch die Samariter. Es war auch auf andere Weise gut für sie. Denn sie sollten die Lehrer der Welt sein, durch Städte und Dörfer ziehen, die Lehre des Evangeliums predigen und manchmal auf Menschen treffen, die die heilige Lehre nicht annehmen wollten und nicht zuließen, dass Jesus bei ihnen auf Erden weilte. Er lehrte sie daher, dass sie bei der Verkündigung der göttlichen Lehre von Geduld und Sanftmut erfüllt sein müssten, ohne Bitterkeit, Zorn und feindseligen Hass gegen die, die ihnen etwas angetan hatten. Aber noch waren sie nicht so, ja, von glühendem Eifer entflammt, wollten sie Feuer vom Himmel auf sie herabkommen lassen. Es folgt: Als seine Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, willst du, dass wir Feuer vom Himmel herabkommen lassen, usw.