
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 9
46 Es kam die Überlegung bei ihnen auf, wer wohl der Größte von ihnen sei. 47 Jesus, der die Gedanken ihres Herzens kannte, nahm ein Kind, stellte es neben sich 48 und sagte zu ihnen: Wer dieses Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer unter euch allen der Kleinste ist, der ist groß. 49 Da nahm Johannes das Wort und sprach: Meister, wir sahen einen in deinem Namen Dämonen austreiben und wir wollten ihn hindern, weil er nicht mit uns zusammen (dir) nachfolgt. 50 Jesus aber sagte zu ihm: Hindert ihn nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.
Warum sagt Er an dieser Stelle, dass die nicht gehindert werden sollen, die durch Handauflegung die unreinen Geister bezwingen können, wenn Er nach Matthäus zu diesen sagt: Ich habe euch nie gekannt? (Mt. 7,23.) Wir müssen jedoch erkennen, dass kein Meinungsunterschied besteht, sondern dass die Entscheidung die ist, dass nicht nur die amtlichen Werke, sondern auch Werke der Tugend in einem Priester erforderlich sind, und dass der Name Christi so groß ist, dass er sogar den Unheiligen zur Abwehr dient, aber nicht zur Gnade. Keiner soll sich also die Gnade zuschreiben, einen Menschen zu reinigen, weil in ihm die Kraft des ewigen Namens gewirkt hat. Denn nicht durch deine Verdienste, sondern durch seinen eigenen Hass wird der Teufel besiegt.