
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 9
23 Zu allen sagte er: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. 24 Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. 25 Denn was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, sich selbst aber verliert und zugrunde geht? 26 Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich der Menschensohn schämen, wenn er in seiner Herrlichkeit kommt und in der Herrlichkeit des Vaters und der heiligen Engel. 27 Wahrhaftig, ich sage euch: Unter denen, die hier stehen, sind einige, die den Tod nicht kosten werden, bis sie das Reich Gottes gesehen haben.
(non occ.) Große und edle Anführer reizen die Mächtigen im Waffenhandwerk zu Taten der Tapferkeit, nicht nur, indem sie ihnen die Ehren des Sieges versprechen, sondern indem sie erklären, dass das Leiden an sich ruhmvoll sei. Solches sehen wir als die Lehre des Herrn Jesus Christus. Denn er hatte seinen Jüngern vorhergesagt, dass er die Anklagen der Juden erleiden, getötet werden und am dritten Tag wieder auferstehen müsse. Damit sie nun nicht meinten, Christus werde zwar für das Leben der Welt Verfolgung leiden, sie selbst aber könnten ein bequemes Leben führen, zeigt er ihnen, dass sie ähnliche Kämpfe durchstehen müssten, wenn sie seine Herrlichkeit erlangen wollten. Daher heißt es: Und er sprach zu allen.