
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 9
18 Als er in der Einsamkeit betete, waren die Jünger bei ihm, und er fragte sie: Für wen halten mich die Volksscharen? 19 Sie antworteten: Für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere (sagen), einer der alten Propheten sei auferstanden. 20 Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. 21 Doch er schärfte ihnen aufs Strengste ein, dies niemand zu sagen. 22 Und er fuhr fort: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferweckt.
Nun könnte Sein Beten Seine Jünger verwirren. Denn sie sahen Ihn wie einen Menschen beten, den sie zuvor mit göttlicher Kraft Wunder hatten wirken sehen. Um nun alle derartige Verwirrung zu beseitigen, stellt Er ihnen diese Frage, nicht weil Er die Berichte nicht kannte, die sie von außen gesammelt hatten, sondern damit Er sie von der Meinung der vielen befreie und ihnen den wahren Glauben einflöße. Daher folgt: Und Er fragte sie und sprach: Für wen halten die Leute mich?