
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 9
10 Die Apostel kehrten zurück und erzählten ihm alles, was sie getan hatten. Dann nahm er sie mit sich und zog sich mit ihnen allein in eine Stadt namens Betsaida zurück. 11 Als aber die Volksscharen das merkten, folgten sie ihm. Er nahm sie auf und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und die der Heilung bedurften, machte er gesund. 12 Als sich der Tag zu neigen begann, kamen die Zwölf zu ihm hin und sagten: Entlass das Volk, damit sie in die umliegenden Dörfer und Höfe gehen und Unterkunft und Speise finden; denn hier sind wir in einer einsamen Gegend. 13 Doch er sagte zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie aber sagten: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; es sei denn, dass wir hingingen und für diese ganze Menge Nahrung kauften. 14 Es waren nämlich etwa fünftausend Männer. Er aber sagte zu seinen Jüngern: Lasst sie sich lagern in Gruppen zu etwa je fünfzig. 15 Sie taten, was er ihnen sagte, und ließen alle sich lagern. 16 Da nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach das Segensgebet, brach sie und gab sie den Jüngern, sie dem Volk vorzulegen. 17 Und sie aßen und wurden alle satt. Die übrig gebliebenen Brocken sammelte man auf: zwölf Körbe voll.
(de Con. Ev. l. ii. c. 46.) In diesen Worten hat Lukas zwar die Antwort des Philippus in einem Satz zusammengefasst, der sagte: Für zweihundert Denare Brot ist nicht genug für sie, damit jeder ein wenig bekomme, (Johannes 6,9.) und die Antwort des Andreas: Es ist hier ein Knabe, der hat fünf Brote und zwei kleine Fische, wie Johannes berichtet. Denn wenn Lukas sagt: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, bezieht er sich auf die Antwort des Andreas. Was er aber hinzufügte: Es sei denn, wir gehen hin und kaufen Speise für all das Volk, scheint zur Antwort des Philippus zu gehören, außer dass er über die zweihundert Denare schweigt, obwohl dies auch in der Äußerung des Andreas selbst enthalten sein könnte. Denn als er gesagt hatte: Es ist hier ein Knabe, der hat fünf Brote und zwei Fische, fügte er hinzu: Aber was ist das unter so vielen? das heißt: es sei denn, wir gehen hin und kaufen Speise für all dieses Volk. Aus dieser Verschiedenheit der Worte, aber Harmonie der Dinge und Meinungen, ist hinreichend ersichtlich, dass uns diese heilsame Lehre gegeben wird, dass wir in Worten nichts anderes suchen dürfen als die Meinung des Sprechenden; und dies klar darzulegen, sollte die Sorge aller wahrheitsliebenden Autoren sein, wann immer sie etwas über einen Menschen, einen Engel oder Gott berichten.