
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 9
1 Er rief die Zwölf zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und zur Heilung von Krankheiten. 2 Und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen. 3 Er sagte zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, weder Stab noch Tasche, noch Brot, noch Geld; auch sollt ihr nicht zwei Röcke haben. 4 Und in dem Haus, in das ihr einkehrt, da bleibt, und von dort wandert weiter. 5 Wo man euch aber nicht aufnimmt, da geht fort aus jener Stadt und schüttelt den Staub von eueren Füßen zum Zeugnis gegen sie. 6 Da zogen sie aus und wanderten von Ort zu Ort, verkündeten das Evangelium und heilten überall.
(de Con. l. 2. c. 30.) Oder der Herr wollte nicht, dass die Jünger diese Dinge besitzen und mit sich tragen, nicht weil sie nicht zur Erhaltung dieses Lebens notwendig wären, sondern weil er sie so sandte, um zu zeigen, dass diese Dinge ihnen von den Gläubigen geschuldet wurden, denen sie das Evangelium verkündeten, damit sie weder Sicherheit besäßen noch die Notwendigkeiten dieses Lebens, ob groß oder klein, mit sich trügen. Er hat daher nach Markus alles außer einem Stab ausgeschlossen und gezeigt, dass die Gläubigen alles ihren Dienern schulden, die keine Überflüssigkeiten verlangen. Aber diese Erlaubnis des Stabes hat er namentlich erwähnt, wenn er sagt: Sie sollten nichts auf den Weg mitnehmen, außer einem Stab.