
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 9
1 Er rief die Zwölf zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und zur Heilung von Krankheiten. 2 Und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen. 3 Er sagte zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, weder Stab noch Tasche, noch Brot, noch Geld; auch sollt ihr nicht zwei Röcke haben. 4 Und in dem Haus, in das ihr einkehrt, da bleibt, und von dort wandert weiter. 5 Wo man euch aber nicht aufnimmt, da geht fort aus jener Stadt und schüttelt den Staub von eueren Füßen zum Zeugnis gegen sie. 6 Da zogen sie aus und wanderten von Ort zu Ort, verkündeten das Evangelium und heilten überall.
(in Thesaur. l. 12. c. 14.) Beachte hier die göttliche Macht des Sohnes, die nicht einer fleischlichen Natur eigen ist. Denn es lag in der Macht der Heiligen, Wunder nicht von Natur aus, sondern durch Teilhabe am Heiligen Geist zu vollbringen; aber es lag ganz außerhalb ihrer Macht, diese Vollmacht anderen zu verleihen. Denn wie könnten geschaffene Naturen Herrschaft über die Gaben des Geistes besitzen? Aber unser Herr Jesus Christus, als von Natur Gott, teilt Gnaden dieser Art mit, wem er will, nicht indem er ihnen eine Macht aufruft, die nicht die seine ist, sondern indem er sie aus sich selbst in sie eingießt.