
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 8
22 Eines Tages stieg er mit seinen Jüngern in ein Boot und sagte zu ihnen: Wir wollen an das andere Ufer des Sees hinüberfahren. Und sie fuhren ab. 23 Während sie fuhren, schlief er ein. Da stieß ein Sturm auf den See hinunter, sie wurden überflutet und kamen in Gefahr. 24 Da traten sie zu ihm, weckten ihn und riefen: Meister, Meister, wir gehen zugrunde! Er aber erhob sich, schalt den Wind und die Wogen; sie legten sich und es trat Stille ein. 25 Da sagte er zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber gerieten in Furcht und Staunen und sagten zueinander: Was ist das für ein Mann, dass er selbst den Winden und dem Wasser gebietet und sie ihm gehorchen?
(de Con. Ev. ut sup.) Nun wird dies von den anderen Evangelisten mit anderen Worten berichtet. Matthäus sagt, dass Jesus sprach: Warum seid ihr furchtsam, ihr Kleingläubigen? (Mt. 8.) Markus aber wie folgt: Warum seid ihr so furchtsam? Wie kommt es, dass ihr keinen Glauben habt? (Mk. 4.) d. h. einen vollkommenen Glauben wie ein Senfkorn. Markus sagt dann auch: Ihr Kleingläubigen; Lukas aber: Wo ist euer Glaube? Und in der Tat mögen alle diese Worte gesagt worden sein: Warum seid ihr furchtsam? Wo ist euer Glaube? Ihr Kleingläubigen. Daher berichtet der eine Evangelist das eine, ein anderer das andere.