
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 8
22 Eines Tages stieg er mit seinen Jüngern in ein Boot und sagte zu ihnen: Wir wollen an das andere Ufer des Sees hinüberfahren. Und sie fuhren ab. 23 Während sie fuhren, schlief er ein. Da stieß ein Sturm auf den See hinunter, sie wurden überflutet und kamen in Gefahr. 24 Da traten sie zu ihm, weckten ihn und riefen: Meister, Meister, wir gehen zugrunde! Er aber erhob sich, schalt den Wind und die Wogen; sie legten sich und es trat Stille ein. 25 Da sagte er zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber gerieten in Furcht und Staunen und sagten zueinander: Was ist das für ein Mann, dass er selbst den Winden und dem Wasser gebietet und sie ihm gehorchen?
(ubi sup.) Es scheint aber besonders und wunderbar angeordnet worden zu sein, dass sie nicht Seine Hilfe suchten, als der Sturm begann, das Boot zu bedrängen, sondern nachdem die Gefahr zugenommen hatte, damit die Macht der göttlichen Majestät umso offenkundiger würde. Daher heißt es: Und sie wurden mit Wasser gefüllt und waren in Gefahr. Dies ließ unser Herr um der Prüfung willen zu, damit sie, nachdem sie ihre Gefahr bekannt hatten, die Größe des Wunders anerkennten. Als daher die große Gefahr sie in unerträgliche Furcht getrieben hatte und sie keine andere Hoffnung auf Rettung hatten als den Herrn der Macht selbst, weckten sie Ihn. Es folgt: Und sie kamen zu ihm und weckten ihn und sprachen: Meister, wir gehen zugrunde.