
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 8
16 Niemand zündet ein Licht an und bedeckt es mit einem Gefäß oder stellt es unter ein Bett, sondern er stellt es auf den Leuchter, damit die Eintretenden das Licht sehen. 17 Denn nichts ist verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, das nicht bekannt wird und an das Licht des Tages kommt. 18 Gebt also Acht, dass ihr gut zuhört. Denn wer hat, dem wird gegeben werden. Wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er zu haben meint.
(de Quæst. Ev. lib. ii. q. 12.) Oder aber in diesen Worten stellt Er bildhaft die Kühnheit der Verkündigung dar, dass niemand aus Furcht vor fleischlichen Übeln das Licht der Erkenntnis verberge. Denn unter den Namen Gefäß und Bett stellt er das Fleisch dar, unter dem der Laterne aber das Wort; wer dieses aus Furcht vor den Bedrängnissen des Fleisches verborgen hält, stellt das Fleisch selbst vor die Offenbarung der Wahrheit und verdeckt durch es gleichsam das Wort, indem er fürchtet, es zu verkünden. Der aber stellt ein Licht auf einen Leuchter, der seinen Leib so dem Dienst Gottes unterwirft, dass die Verkündigung der Wahrheit in seiner Wertschätzung den höchsten, der Dienst des Leibes den niedrigsten Platz einnimmt.