
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 7
29 Das ganze Volk, das Johannes hörte, auch die Zöllner, gaben Gott Recht und ließen sich mit der Johannestaufe taufen. 30 Die Pharisäer aber und die Gesetzeslehrer haben den Ratschluss Gottes für sich selbst verworfen und sich nicht von ihm taufen lassen. 31 Mit wem soll ich also die Menschen dieses Geschlechts vergleichen? Wem sind sie ähnlich? 32 Kindern gleichen sie, die auf dem Markt sitzen und einander zurufen: Wir haben euch mit Flöten aufgespielt und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt nicht geweint. 33 Denn Johannes der Täufer ist gekommen. Er aß kein Brot und trank keinen Wein. Da sagt ihr: Er hat einen Dämon. 34 Der Menschensohn ist gekommen. Er isst und trinkt. Da sagt ihr: Seht den Schlemmer und Trinker, den Freund von Zöllnern und Sündern. 35 Und doch empfing die Weisheit ihre Rechtfertigung durch alle ihre Kinder.
Der Sohn Gottes ist die Weisheit von Natur aus, nicht durch Wachstum, die durch die Taufe gerechtfertigt wird, wenn sie nicht durch Hartnäckigkeit verworfen, sondern durch Gerechtigkeit als Gabe Gottes anerkannt wird. Darin also besteht die Rechtfertigung Gottes, wenn er seine Gaben nicht den Unwürdigen und Schuldigen zu überweisen scheint, sondern denen, die durch die Taufe heilig und gerecht sind.