
Cyrill von Alexandrien
Catena Aurea · Lukasevangelium 7
29 Das ganze Volk, das Johannes hörte, auch die Zöllner, gaben Gott Recht und ließen sich mit der Johannestaufe taufen. 30 Die Pharisäer aber und die Gesetzeslehrer haben den Ratschluss Gottes für sich selbst verworfen und sich nicht von ihm taufen lassen. 31 Mit wem soll ich also die Menschen dieses Geschlechts vergleichen? Wem sind sie ähnlich? 32 Kindern gleichen sie, die auf dem Markt sitzen und einander zurufen: Wir haben euch mit Flöten aufgespielt und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt nicht geweint. 33 Denn Johannes der Täufer ist gekommen. Er aß kein Brot und trank keinen Wein. Da sagt ihr: Er hat einen Dämon. 34 Der Menschensohn ist gekommen. Er isst und trinkt. Da sagt ihr: Seht den Schlemmer und Trinker, den Freund von Zöllnern und Sündern. 35 Und doch empfing die Weisheit ihre Rechtfertigung durch alle ihre Kinder.
Es gab ein gewisses Spiel unter den jüdischen Kindern folgender Art. Eine Schar von Knaben versammelte sich, die, indem sie die plötzlichen Veränderungen in den Angelegenheiten dieses Lebens verspotteten, einige von ihnen sangen, andere trauerten, aber die Trauernden freuten sich nicht mit denen, die sich freuten, noch stimmten die sich Freuenden mit denen überein, die weinten. Sie tadelten dann einander abwechselnd mit dem Vorwurf mangelnder Anteilnahme. Dass solche Gefühle das jüdische Volk und seine Herrscher hatten, deutete Christus in den folgenden Worten an, gesprochen in der Person Christi: Wem soll ich dann die Menschen dieses Geschlechts vergleichen, und wem sind sie ähnlich? Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen.