
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 7
18 Alles dies wurde Johannes von seinen Jüngern berichtet. 19 Da rief Johannes zwei seiner Jünger zu sich und sandte sie zum Herrn mit der Frage: Bist du es, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten? 20 Als die Männer bei Jesus eintrafen, sagten sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und lässt fragen: Bist du der Kommende oder müssen wir auf einen anderen warten? 21 Damals heilte er viele von Krankheiten, Qualen und bösen Geistern und vielen Blinden schenkte er das Augenlicht. 22 Er antwortete ihnen: Geht hin und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, und Taube hören; Tote werden auferweckt, Armen wird das Evangelium verkündet. 23 Und wohl dem, der an mir keinen Anstoß nimmt.
Wahrlich ein reichliches Zeugnis, durch das der Prophet den Herrn erkennen konnte. Denn vom Herrn selbst war vorhergesagt, dass der Herr den Hungrigen Speise gibt, die Gebeugten aufrichtet, die Gefangenen befreit, die Augen der Blinden öffnet, und dass der, der dies tut, in Ewigkeit herrschen wird. (Ps 146,7–10) Solches sind also nicht Zeichen menschlicher, sondern göttlicher Kraft. Diese aber finden sich selten oder gar nicht vor dem Evangelium. Tobias allein erhielt das Augenlicht, und dies war die Heilung eines Engels, nicht eines Menschen. (Tob 11) Elias erweckte einen Toten, aber er betete und weinte, unser Herr befahl. (1 Kön 17) Elisa bewirkte die Reinigung eines Aussätzigen; doch damals lag die Ursache nicht so sehr in der Autorität des Befehls als im Vorbild des Geheimnisses. (2 Kön 5)