
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 7
1 Als er seine Rede vor dem Volk beendet hatte, ging er nach Kafarnaum hinein. 2 Der Knecht eines Hauptmanns war krank und lag im Sterben; er war ihm lieb und wert. 3 Als er von Jesus hörte, schickte er jüdische Älteste zu ihm mit der Bitte, zu kommen und seinen Knecht zu heilen. 4 Sie kamen zu Jesus und baten ihn inständig und sagten: Er verdient es, dass du ihm dies gewährst; 5 denn er liebt unser Volk und er hat uns die Synagoge erbaut. 6 Jesus ging mit ihnen. Als er nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, schickte der Hauptmann Freunde zu ihm und ließ ihm sagen: Herr, bemüh dich nicht; denn ich bin es nicht wert, dass du unter mein Dach kommst. 7 Deswegen habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, selbst zu dir zu kommen. Aber sprich nur ein Wort, so ist mein Knecht geheilt. 8 Denn auch ich bin ein Mann, der unter Befehlsgewalt steht, und habe Soldaten unter mir. Sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem anderen: Komm!, so kommt er, und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er es. 9 Als Jesus das hörte, staunte er über ihn und wandte sich zu den Scharen, die ihm folgten, und sagte: Ich sage euch, nicht einmal in Israel habe ich so großen Glauben gefunden. 10 Als dann die Abgesandten in das Haus zurückkamen, fanden sie den Knecht gesund.
Was er gewiss nicht tat, weil er nicht in der Lage war zu heilen, wenn er abwesend war, sondern damit er ihnen ein Beispiel der Nachahmung seiner Demut gäbe. Er wollte nicht zum Sohn des Vornehmen gehen, damit er nicht dadurch dessen Reichtum geehrt zu haben schiene; hier ging er sogleich, damit er nicht die Niedrigkeit eines Dieners eines Hauptmanns verachtet zu haben schiene. Aber der Hauptmann legte seinen militärischen Stolz ab und zog die Demut an, indem er sowohl bereit war zu glauben als auch eifrig zu ehren; wie es folgt: Und als er nicht mehr weit entfernt war, sandte er zu ihm und sagte: Mühe dich nicht, denn ich bin nicht würdig usw. Denn durch die Kraft nicht des Menschen, sondern Gottes, meinte er, dass dem Menschen Gesundheit gegeben werde. Die Juden zwar führten seine Würdigkeit an; er aber bekannte sich als unwürdig nicht nur der Wohltat, sondern sogar den Herrn unter seinem Dach aufzunehmen, Denn ich bin nicht würdig, dass du unter mein Dach eingehest.