
Augustinus von Hippo
Catena Aurea · Lukasevangelium 7
1 Als er seine Rede vor dem Volk beendet hatte, ging er nach Kafarnaum hinein. 2 Der Knecht eines Hauptmanns war krank und lag im Sterben; er war ihm lieb und wert. 3 Als er von Jesus hörte, schickte er jüdische Älteste zu ihm mit der Bitte, zu kommen und seinen Knecht zu heilen. 4 Sie kamen zu Jesus und baten ihn inständig und sagten: Er verdient es, dass du ihm dies gewährst; 5 denn er liebt unser Volk und er hat uns die Synagoge erbaut. 6 Jesus ging mit ihnen. Als er nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, schickte der Hauptmann Freunde zu ihm und ließ ihm sagen: Herr, bemüh dich nicht; denn ich bin es nicht wert, dass du unter mein Dach kommst. 7 Deswegen habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, selbst zu dir zu kommen. Aber sprich nur ein Wort, so ist mein Knecht geheilt. 8 Denn auch ich bin ein Mann, der unter Befehlsgewalt steht, und habe Soldaten unter mir. Sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem anderen: Komm!, so kommt er, und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er es. 9 Als Jesus das hörte, staunte er über ihn und wandte sich zu den Scharen, die ihm folgten, und sagte: Ich sage euch, nicht einmal in Israel habe ich so großen Glauben gefunden. 10 Als dann die Abgesandten in das Haus zurückkamen, fanden sie den Knecht gesund.
(ubi sup.) Wie wird dann das wahr sein, was Matthäus berichtet: Ein gewisser Hauptmann kam zu ihm, da er doch selbst nicht kam? Es sei denn, wir nehmen bei sorgfältiger Überlegung an, dass Matthäus eine allgemeine Ausdrucksweise verwendet hat. Denn wenn die tatsächliche Ankunft häufig durch andere vermittelt gesagt wird, so kann umso mehr die Ankunft durch andere gemeint sein. Nicht ohne Grund also (da der Hauptmann durch andere Zugang zu unserem Herrn erlangt hatte) sagte Matthäus, der kurz sprechen wollte, dass dieser Mann selbst zu Christus kam, statt derer, durch die er seine Botschaft sandte, denn je mehr er glaubte, desto näher kam er.