
Ambrosius von Mailand
Catena Aurea · Lukasevangelium 6
6 An einem anderen Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte. Dort war ein Mann, dessen rechte Hand verdorrt war. 7 Die Schriftgelehrten und Pharisäer beobachteten ihn, ob er am Sabbat heilen würde, damit sie eine Anklage gegen ihn finden könnten. 8 Er aber kannte ihre Gedanken und sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stelle dich in die Mitte! Er stand auf und stellte sich hin. 9 Da sagte Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Ist es erlaubt, am Sabbat Gutes oder Böses zu tun, ein Leben zu retten oder zu verderben? 10 Und er blickte sie alle ringsum an und sagte zu ihm: Streck deine Hand aus! Er tat es und seine Hand wurde wieder gesund. 11 Sie aber wurden von blinder Wut erfüllt und besprachen sich miteinander, was sie Jesus antun könnten.
Du hast also die Worte dessen gehört, der sagt: Strecke deine Hand aus. Das ist eine häufige und gewöhnliche Heilung, und du, der du meinst, deine Hand sei gesund, hüte dich, dass sie nicht durch Habgier oder Sakrileg verkrümmt werde. Strecke sie öfter aus, um deinem Nächsten zu helfen, die Witwe zu schützen, den vor Unrecht zu bewahren, den du als Opfer eines ungerechten Angriffs siehst; strecke sie aus zum Armen, der dich bittet; strecke sie aus zum Herrn, um Vergebung deiner Sünden zu erbitten; wie die Hand ausgestreckt wird, so wird sie geheilt. (1 Kön 13,5.6.)